Mein Erleben mit den Menschen in Wismar hat mich nachhaltig irritiert. Sascha der Kollege in der Plattenbausiedlung mit riesigem Engagement. Aber eben vielleicht etwas zu viel....? Die Herzlichkeit bei der Prediger Familie, der ich mich nicht entziehen kann. Alle sind so was von nett. Gleichzeitig fühle ich mich nicht mehr frei. Ich werde eingebunden in die Rituale die vorgegebenen sind. Eine feste Liturgie, auch beim Frühstück lesen wir fromme Texte. Ich traue mich am Abend kaum aus der Runde um kurz mit Dagmar zu telefonieren. Wahnsinn wie schnell ich mich angepasst habe und ein schlechtes Gewissen bekomme. Und dann das theologische Geschehen. Thomas eröffnet die Runde, er führt in die Bibelstelle ein. Das Loblied auf die Rettung des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten. Auf der Flucht vernichtet Gott die Ägypter entscheidet, so können sich die Israeliten retten. Nachdem der Text gelesen ist fangen Teilnehmer der Runde an den Text für sich ins Heute zu übertragen. Mir stehen alle inneren Haare zu Berge. Da wird dieser gewalttätige Gott gelobt das er ein ganzes Heer vernichtet. In den persönlichen Beiträgen wird wird sehr einfach zwischen Gut und Böse unterschieden. Mir fällt es sehr schwer diese Auslegungen so an zu hören. Selbstverständlich sind alle Beiträge nicht kritisch angelegt, sie suchen lediglich den wortgetreuen Übertragung auf das eigene Leben. Mein Eindruck, immer in Blick Kontakt mit dem Prediger. Ich empfinde diese Form unfrei und mir nicht gemäß. Die ganze Atmosphäre ist so angelegt, alles ist subtil gesteuert und führt zum gewollten Ergebniss. Ich habe auch keine wirklich angenehme Nacht in diesem frommen Haus. Mein Glauben muss frei atmen können, er will nicht vorher bestimmt werden durch unzählige Rituale und Handlungen. Für mich muss es auch nicht immer so nett und super freundlich zu gehen. So wahnsinnig freundlich das ich ein schlechtes Gewissen bekomme wenn es mir nicht gefällt.
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